Vor exakt 140 Jahren stiegen im feinen Londoner Stadtteil Wimbledon die ersten Lawn Tennis Championships. Erst sieben Jahre danach ließ man im All England Lawn Tennis and Croquet Club auch Damentennis zu. Heuer spielen sich Ladies and Gentlemen ins­gesamt über 31 Millionen Pfund aus. Und das im immer noch strikt vorgeschriebenen Blütenweiß. Hier die kompakte Modeschau einiger der schillerndsten Auftritte ever.

//Text: Fritz Hutter //Fotos: Imago, Getty Images, www.GEPA-Pictures.com

In der Royal Box mit Mrs. Barbara Schett-Eagle

Österreichs bestplatzierte Tennisspielerin aller Zeiten findet die „All White“-Regel, die einen bekleidungstechnischen Weißanteil von mindestens 90 Prozent fordert, cool: „Ich halte es für sehr ästhetisch, und das, obwohl ich früher selber oft genug beim Training selbst noch in einem hellgrauen Shirt zum Leiberlwechseln geschickt wurde. Dass in Wimbledon die üblichen Neonfarben meiner Meinung nach fehl am Platz sind, hat man bei Olympia 2012 gesehen“, outet die ehemalige Nummer 7 der Welt, die heute als TV-Anchor-Lady bei Eurosport für Furore sorgt, ein gewisses Faible für Tradition. Ausleben darf Barbara Schett-Eagle dieses seit geraumer Zeit als ­Fixstarterin beim Legendenturnier während des Rasen-Slams im All England Club, wo sie mit Größen wie Martina Navratilova, Martina Hingis, Lindsay Davenport oder Tracey Austin die Pracker kreuzt: „Eine Riesenehre, da dabei sein zu dürfen. Ich ­genieße es sehr und fühle mich dann in meine Tenniskarriere zurückversetzt.“

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Wirklich Vintage sind für die Innsbruckerin aber die exklusiven Einladungen in die 1922 installierte Royal Box der Windsors. Man trifft sich knapp vor Mittag zum Aperitif im noblen Klubhaus, wo man vom Oberschiedsrichter über die anstehenden Matches informiert wird. Danach nimmt man ein dreigängiges Menü, nach welchem man sich dann in die königliche Loge verfügt. Zuletzt fungierte dort Catherine als Duchess of Cambridge als formelle Gastgeberin. „Auf deinem Sitz finden sich kleine Geschenke wie Fächer oder Pins. Verboten sind übrigens große Hüte, zu kurze Röcke, ­eingeschaltete Handys und Toilettgänge außerhalb der Satzpausen“, erzählt Barbara Schett-Eagle, die im Vorjahr das Court-Geschehen aus der Royal Box im coolen ­roten Hosenanzug und eine Reihe vor Sixties-Hero Sir Cliff Richard verfolgte.