Liebe Leser und Leserinnen!

Klar hilft es, wenn Salzburg, Rapid und Austria immer wieder über die Folgen von zwangsverordnetem Jugendwahn, disku­tabler Einkaufspolitik oder Disbalancen zwischen Offensive und Defensive stolpern. Aber reicht das erstaunlich lange andauernde Dahinschwächeln der vermeintlichen Titel­favoriten wirklich als Erklärung dafür, dass nun Sturm Graz (Hand in Hand mit den Recken aus Altach) fünf Jahre nach seinem dritten von insgesamt drei Meistertiteln wieder an Größeres glauben darf? Die Ursachen dafür, dass die Steirer nach Jahren voller Enttäuschungen und Turbulenzen wieder in jeder Hinsicht hip geworden sind, klärt Tom Hofer in seiner üppigen Titelgeschichte. Eines sei hier vorab verraten: Vom Cheftrainer abwärts hat jede Schlüsselarbeitskraft beim vierfachen Cupsieger ganz individuelle Gründe, ihr jeweils Allerbestes herzuzeigen.

Bereits erledigt haben dies andere Hauptdarsteller dieser Ausgabe. Freilich nicht ohne bereits auf die nächsten Großtaten zu schielen, lassen uns Ski-Genie Marcel Hirscher und Hoch­alpinist David Lama wieder ein Stückerl weiter in ihre Seele blicken. Dazu erföffnen Stories zu Deutschlands Tennis-Rakete Alex Zverev und zum NHL-Superrookie Auston Matthews die Chance, intensiv in die nahe Zukunft an der Spitze des Weltsports zu schauen. Und unser kompaktes Freeride-Special belegt, dass sich eine angesagte Szene nicht aus uniformen­ Tiefschneelemmingen, sondern als farbenfrohes Panoptikum in jeder Hinsicht pfiffiger und kreativer Bewegungstalente mit viel Unternehmergeschick immer weiter entwickeln kann.

In diesem Sinne wünsche ich großes Lesevergnügen. Und eines noch: Es lebe die Vielfalt!

Ihr Chefredakteur

Fritz Hutter

edineu
1998 war es, als wir Sturm Graz ­anlässlich des ­ersten Meistertitels auf die Titelseite gehoben haben. Die Helden von ­damals, Roman Mählich und Mario Haas, sind dem Fußball ungebrochen verbunden: Mählich als TV-Analytiker und Haas als emsiger Nachwuchs-, ­Frauen- und ­Gebietsligatrainer (Letzteres bei SV Pachern).