Einmal im Jahr schlagen im tiefsten Waldviertel Tennislegenden, Promis und Local Heros zum möglicherweise lässigsten Amateurturnier Österreichs auf. Und das am heiligen Rasen von Gmünd, der sich immer weiter auswächst.

Text: Fritz Hutter, Fotos: Peter Haberleitner

Von wegen Tea Time. Die elegante Erdbeerbowle war’s, mit der sich am Morgen des letzten Juli-Samstags insgesamt 46 Teilnehmer für den wohl coolsten Tennisevent im Land warm gemacht haben. Bereits zum vierten Mal brachte die 1. Sportvereinigung Gmünd ihr mittlerweile legendäres Retro-Event auf den Boden. Besser gesagt aufs Gras des vereinseigenen Fußball-Grüns, denn wie schon der Name „Lawn Classics“ verrät, wird in der grenznahen Metropole des nördlichen Waldviertels an diesem Wochenende nicht auf biederem Rot-Staub gegeigt, sondern auf erstmals vier statt bislang zwei piekfein gezupften Rasenplätzen. Ganz in Weiß und mit sporthistorisch wertvollen Keulen aus Edelhölzern oder patiniertem Aluminium. Und mit weißen Bällen – of course.

Letztere hat übrigens der Johannes Graski bereitgestellt. Als Chef des Wiener Colony Clubs, mit gut 1500 Mitgliedern größter und insgesamt sehr wahrscheinlich spielstärkster Tennisverein Österreichs, firmierte dieser als einer der Promis in einem wahrlich bunten Starterpanorama, gespickt mit Staats-, Landes- und Kreisligacracks und –Crackerinnen sowie zahlreichen und natürlich ebenfalls hochtalentierten Hobbyspielerinnen. Mitten drinnen in der Phalanx der „Weißen Riesen“ – gespielt wurde im Grunddurchgang mit wechselnden Doppelpartnern, danach vom Viertelfinale bis zum Endspiel mit einem zugelosten Permanentgespons – die extra aus Innsbruck angereiste, ehemalige Nummer 27 der Weltrangliste, Sylvia Plischke. Ebenso in Action: die ÖTV-Jugendkoordinatorin und einstige Weltklasse-Juniorin Petra Russegger sowie der Ex-Profi und Ex-Mannschaftsmeister Andreas Buchwald.

Gewonnen hat aber dann der allerjüngste im Feld. Mit dem in Sachen Spielstärke topgereihten Robert Royt aus dem benachbarten Tschechien zelebrierte der erst zwölfjährige Wenzel Gras(ki) den finalen Chestpump im Stile der Bryan Brothers. Beim Endspielerfolg über den bundesligageeichten Johannes Resch und den gleichermaßen wuchtig wie wendig agierenden Zahnarzt Michael Billek beeindruckte der kleine „Bryan“ mit feiner Technik und bereits mächtig gestähltem Nervenkostüm und der große mit fehlerfreier Eleganz und seinen Radaraugen.

Alle Teilnehmer zusammen wiederum überzeugten nach der Siegerehrung und der Ziehung zur Tombola, für die Johannes Graski Tennisdevotionalien wie ein signiertes Originalracket von Juan Martin del Potro beisteuerte, bei einer Player’s Party im wahrsten Sinne des Worte restlos. Über den Zeitpunkt, an dem letztlich die Lichter ausgegangen sind, will man Gras wachsen lassen. Aber nur bis nächsten Sommer. Dann wird Greenkeeper Thomas nämlich wieder mähen. Und zwar auf den Millimeter genau – für die Gmünder Lawn Classics 2017.

Mehr Infos zum Event: https://goo.gl/Id0ALB