Smalltalk mit Rapids Trainer-Legende Ernst Dokupil

1996 führte er Rapid zum Meistertitel und ins Finale des Europacups der Cupsieger. Ende April ist Ernst Dokupil 70 geworden. Hier seine Kompaktanalyse rund ums „Scheißspiel“ Fußball.

//Interview: Markus Geisler //Foto: GEPA-Pictures

Hat Ihnen Ihre Rapid, wo Sie eine Trainer-Legende sind, die Feierlaune verhagelt? Nein, das hat damit nichts zu tun. Ich habe mir vorgenommen, nichts zu der Situation von Rapid zu sagen. Erstens, weil ich nicht involviert bin, zweitens, weil meine Meinung niemanden interessiert – außer ein paar Journalisten vielleicht.

Leiden Sie nicht mit den Hütteldorfern mit? Natürlich! Wobei leiden zu viel gesagt ist. Beim Fußball ist man mal oben und mal unten, jetzt ist Rapid eben unten.

Viel Kritik prasselte auf den mittlerweile gefeuerten Trainer Damir Canadi ein. Das ist auf der einen Seite unfair, gehört aber zum Geschäft. Das habe ich auch kennengelernt.

Von Ihnen ist der Spruch überliefert: „Fußball ist ein Scheißspiel!“ Das war 1997, wir haben im UEFA-Cup gegen 1860 München gespielt. In beiden Spielen gab es je drei Platzverweise, nach einem 3:0-Sieg im Hinspiel lagen wir im Rückspiel plötzlich 0:2 hinten. Legendär! Gott sei Dank hat Thomas Zingler, den ich für Peter Schöttel ­eingetauscht habe, den Anschluss geschafft, damit war es für uns entschieden. Als ich nach der Pressekonferenz auf Löwen-Präsident Karl-Heinz Wildmoser traf, gab ich ihm die Hand, zwinkerte ihm zu und hab diesen Spruch gesagt.

Auch einem weiteren Ihrer Ex-Klubs, der Vienna, geht es schlecht, es droht der finanzielle Kollaps. Mir tut es fürchterlich leid um diesen Verein und das tolle Stadion. Es ist doch ein Wahnsinn, dass eine Stadt wie Wien keinen dritten Verein hat. Dass sich niemand findet, der ­diesen Verein unterstützt, damit er weiterbestehen kann, ist für mich unbegreiflich.

Wie schaut heute ein perfekter Tag für Sie aus? Machen Sie sich um mich keine Sorgen. Ich gehe viel golfen, ins Fitnessstudio und mit dem Hund. Mir geht’s gut!

Ein Zeitdokument: „Doks“ Rapid-Meisterparty