Smalltalk mit ÖFB-Tormanntrainer Klaus Lindenberger

Gerade 60 geworden spricht der 41-fache Teamkeeper und heutige „Banknachbar“ von Marcel Koller über die aktuelle Goalie-Krise in Rot-Weiß-Rot die seiner Meinung nach keine ist.

//Text: Markus Geisler //Foto: GEPA-Pictures.com

Sie haben am 28. Mai Ihren 60. Geburtstag gefeiert. Wünscht sich der ÖFB-Tormann­trainer von der Mannschaft einen Sieg am 11. Juni in Irland?

Da liegen ja fast zwei Wochen dazwischen. Wobei ich nichts dagegen habe, wenn mir das Team diesen Wunsch ­zusätzlich erfüllt. Aber es geht ja um Punkte für Österreich, nicht für mich.

Robert Almer verletzt, Ramazan Özcan zurückgetreten – wie kritisch ist die Lage?

Überhaupt nicht kritisch. Wir haben gute Torleute und nehmen die Situation, wie sie ist. Auch Robert Almer hat im Klub nicht gespielt und im Team gute Leistungen gezeigt.

Kommt Almer noch einmal zurück?

Er ist Profi genug, es noch mal zu schaffen und zu alter Stärke zurückzufinden. Er arbeitet sehr hart an seinem Comeback.

Waren Sie von Özcans Rücktritt überrascht?

Man muss seine Entscheidung akzeptieren. Es ist ja nicht verwerflich, wenn man sich in einem gewissen Alter für die Familie entscheidet, noch dazu, wenn ein zweites Kind kommt. Er hat sich fair verhalten, deswegen war es auch für Marcel Koller kein Problem. Aber klar tut es uns auf der anderen Seite auch leid.

Heinz Lindner sitzt in Frankfurt nur auf der Bank. Raten Sie ihm zum Wechsel?

Ich rate niemandem ­etwas. Natürlich ist es für ihn und für uns besser, wenn er spielt, das weiß er auch. Man muss aber auch sagen: In den zwei Spielen, die er für die Eintracht in dieser Saison absolviert hat, war er hervorragend.

Ist er die klare Nummer 1 derzeit?

Gute Frage, keine Antwort. Es gibt immer Situationen, wo ein Tormann im Lehrgang besonders gut oder schlecht ist oder sich verletzt. Man kann nie von einer klaren Nummer 1 ausgehen. Das war auch bei Robert Almer nicht so.

Jetzt beginnt die entscheidende Quali-Phase. Fahren wir nach Russland?

Wir sind nach wie vor ­optimistisch, dass wir es schaffen, auch wenn es schwer wird. Unser voller Fokus liegt jetzt auf Irland.