Prince Harry

Wie Tottenham- Star Harry Kane Fußball- Europa rockt und dabei sogar Messi und Ronaldo kaltstellt. Experten wie Spurs-Hero Steffen Freund sagen: „Er ist der kompletteste Stürmer der Welt.“

// text: Markus Geisler //foto: Getty Images //

Pep Guardiola steht normalerweise nicht im Verdacht, einen Gegner zu diskreditieren, ganz im Gegenteil, aber als er im Herbst davon sprach, dass das „Harry-Kane- Team“ zu den Titelanwärtern in der Premier League zählt, war die Empörung in Nordlondon groß. Hätte er nicht Tottenham sagen können? Oder Spurs? Dabei gibt der freudsche Versprecher des ManCity-Trainers nur das wieder, was sich Beobachter in ganz Europa schon seit einigen Monaten denken: Der Striker von Tottenham Hotspur ist eine Naturgewalt, eine nicht zu stoppende Tormaschine, der herausragende Künstler, der ein Team auf ein höheres Niveau heben kann. Er wurde zweimal nacheinander Schützenkönig in der Premier League und erzielte 2017 mehr Tore als Messi oder Ronaldo – das ist seit 2009 niemandem gelungen. „Für mich ist er der kompletteste Stürmer der Welt“, sagt Steffen Freund, der als Spieler und Co-Trainer an der White Hart Lane werkte und dort einen Platz in der Hall of Fame hat, im Gespräch mit dem Sportmagazin. „Passen, Kopfball, Schusstechnik, Dribbling, Abschluss, Durchsetzungsvermögen, Zweikampfverhalten, Übersicht: Harry ist zwar in keinem dieser Bereiche perfekt, aber er kann alles überdurchschnittlich gut. Und, ganz wichtig, er hat überhaupt keine Schwäche.“

Korrekter wäre wohl: Er hat keine Schwäche mehr. Denn es ist keine „Hab ich immer schon gewusst“-Geschichte, die seine Wegbegleiter zu erzählen haben. Bei Arsenal schickten sie ihn von der Akademie weg, bei den Spurs galt er lange als Spieler, den man am besten an unterklassige Klubs wie Leyton Orient oder den damaligen Zweitligisten Leicester City verleiht. „Ich kann mich an viele frustrierende Erlebnisse erinnern“, schreibt Kane in einem Beitrag für die Website „The Players Tribune“. „Ich dachte oft: Wenn du es bei Leicester nicht schaffst und nur auf der Tribüne sitzt, wie willst du dann Stammspieler bei den Spurs werden?“ Die größte Hilfe in solch einer Phase war eine TV-Doku über Tom Brady, den legendären Quarterback der New England Patriots. „Jeder hat an ihm gezweifelt, ihm wurden oft andere vorgezogen, aber er hat immer an sich geglaubt und gesagt: ‚Ich arbeite hart an mir und werde es schaffen.‘ Plötzlich saß ich auf dem Sofa und wusste: So will ich es auch machen.“

Was Harry Kane seinem Ex-Trainer André Villas- Boas versprach, wie ÖFB-Team-Spieler und Kanes ehemaliger Teamkollege Kevin Wimmer Kane sieht und was den Engländer so besonders macht, lesen Sie im neuen Sportmagazin. Hier geht’s zum Sportmagazin-Abo: www.magazin-abo.com