ÖSTERREICHS TOURNEESIEGE: SWEET SIXTEEN

Wir holen jene 12 Österreicher vor den Vorhang, die mit ihren 16 Gesamtsiegen dafür gesorgt haben, dass man vor dem kommenden Showdown exakt gleichauf mit dem Co-Veranstalter und Dauerrivalen Deutschland liegt. Es geht also um was – wieder einmal.

//Text: Fritz Hutter //Fotos: GEPA-PICTURES.com, picturesdesk.com/SZ Photo, imago sportfoto

STEFAN KRAFT Die Tournee 2014/15 brachte einen packenden Showdown zwischen dem Tiroler Stefan Kraft und seinem oberösterreichischen Zimmerkollegen Michael Hayböck. In Oberstdorf siegte Kraft vor Hayböck, in Garmisch landete man auf den Rängen 6 und 7. Am Bergisel gelang Kraft dann Platz 2, während Hayböck einen sechsten Rang verdauen musste. Die Revanche folgte beim Finale in Bischofshofen, wo sich Michael Hayböck vor Noriaki Kasai den Einzeltriumph sicherte und Stefan Kraft als Dritter über seinen ersten Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee jubeln durfte – nur sechs Pünktchen vor Michael Hayböck.

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Stefan Kraft (2015)

THOMAS DIETHART Der Tourneesieg des damals 21-jährigen Niederösterreichers aus Tulln an der Donau lieferte eine der ungewöhnlichsten Sportstories 2014. Erst knapp vor Weihnachten aus dem Continental-Cup in den Weltcup befördert, fixierte er mit Rang 3 in Oberstdorf seinen allerersten Stockerlplatz, drei Tage später in Garmisch den ersten Sieg. In Innsbruck noch Fünfter, gelang dem Rookie letztlich mit einem hauchdünnen Bischofshofen-Triumph über Peter Prevc sein Meisterstück und er holte sich die Gesamtwertung vor Thomas Morgenstern und Simon Ammann.

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Thomas Diethart (2014)

GREGOR SCHLIERENZAUER Bereits 2007, einen Tag vor seinem 17. Geburtstag, konnte sich der Tiroler aus Fulpmes zu Rang 2 im Gesamtklassement der Tournee gratulieren lassen. 2011/12 führte er dann eine der beeindruckendsten Machtdemos der ÖSV-Adler an und siegte letztlich vor seinen Landsleuten Thomas Morgenstern und Andi Kofler. Die Basis dafür legte „Schlieri“ mit einem Doppelschlag in Deutschland. Im Jahr darauf gelang die Titelverteidigung nach einem spektakulären Duell mit dem Norweger Anders Jacobsen, der beide Deutschland-Events gewinnen konnte, während der Österreicher zweimal in Österreich Platz eins belegte.

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Gregor Schlierenzauer (2012, 2013)

THOMAS MORGENSTERN 2011 holte der Kärntner Dreifacholympionike das nach, was er 2008 als Zweiter knapp verpasst hatte: seinen vollen Erfolg bei der Vierschanzentournee. Einigermaßen überlegene Einzelsiege in Oberstdorf und Innsbruck sowie Rang 2 beim Finale kompensierten Platz 14 beim nach dem ersten Durchgang abgebrochenen Bewerb von Garmisch-Partenkirchen. Am Ende hatte Morgenstern die Nase vor Simon Ammann und Tom Hilde.

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Thomas Morgenstern (2011)

ANDREAS KOFLER 2010 feierte die Tournee mit dem Tiroler einen Gesamtsieger, dem nach seinem Erfolg in Oberstdorf der Weg aufs Stockerl verwehrt blieb. Die Ränge vier, vier und fünf reichten trotzdem, um etwa Garmisch- und Innsbruck-Sieger Gregor Schlierenzauer abzufangen. Am Ende triumphierte der Polizei-Sportler vor Janne Ahonen und Wolfgang Loitzl.

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Andreas Kofler (2010)

WOLFGANG LOITZL Drei seiner insgesamt vier Weltcupsiege feierte der gebürtige Bad Ischler im Rahmen der Tournee 2008/09. Zum Auftakt noch Zweiter hinter dem Schweizer Simon Ammann, lieferte der insgesamt achtfache Team-Weltmeister danach eine Soloshow. Höhepunkt: Für beide Sprünge in Bi’hofen erhielt „Wuff“ jeweils neunmal die Höchstnote 20,0.

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Wolfgang Loitzl (2009)

ANDREAS WIDHÖLZL In der Saison 1999/2000 reiste der Tiroler bereits mit zwei Siegen und zwei dritten Plätzen als Top-Favorit zur Tournee – und erfüllte diese Rolle nach Rang 3 in Oberstdorf souverän: drei Siege und am Ende fast 24 Punkte Vorsprung auf Rekord-Tourneesieger Janne Ahonen (5 Triumphe). Im Gesamtweltcup schaffte der heute 40-Jährige in diesem Jahr Rang 2 hinter Martin Schmitt.

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Andreas Widhölzl (2000)

ANDREAS GOLDBERGER Der Oberösterreicher war es wohl, der die alte Rivalität mit Co-Ausrichter Deutschland in Richtung Happening drehte – hüben wie drüben liebte man den „fliegenden Bussibären“ heiß. Interessant: Weder beim Tourneesieg 1992/93 noch 1994/95 noch in seiner sonst so erfolgreichen Karriere mit 20 Weltcupsiegen gelang ihm ein Einzelsieg in Oberstdorf oder Garmisch.

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Andreas Goldberger (1993, 1995)

ERNST VETTORI Dem Tiroler reichte 1985/86 der finale Einzelerfolg in Bischofshofen nach den Rängen vier, zwei und neun für den Gesamtsieg. Im Jahr darauf holte er sich die Tournee sogar ohne Sieg. Zwei siebente Plätze in Deutschland sowie die Ränge drei und zwei genügten ihm, um Norwegens Vegard Opaas immerhin um 6,9 Punkte zu distanzieren.

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Ernst Vettori (1986, 1987)

HUBERT NEUPER Mit jugendlichen 19 sprang der Steirer zum Auftakt auf Rang zwei und siegte sowohl in Oberstdorf wie auch in Innsbruck. Rang 10 beim Finale genügte, um 1980 vor drei DDR-Springern den Sack zuzumachen. Im Jahr danach dann das Duell mit Kumpel Armin Kogler. Beide erzielten je einen Sieg und einen vierten Platz, Kogler gelangen zudem zwei dritte und Neuper zwei zwei Plätze – genug für die Titelverteidigung.

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Hubert Neuper (1980, 1981)

WILLI PÜRSTL liefert mit dem Gesamtsieg 1974/75 vor seinen Landsleuten Edi Federer und Karl Schnabl die große Überraschung. Noch im November trug er nach einem Sturz ein Gipskorsett. Möglich wurde der erste rot-weiß-rote Tourneetriumph nach 22 Jahren auch, weil Schnabl nach Rang 35 in Oberstdorf nicht einmal seine drei Siege in Garmisch, Innsbruck und Bi’hofen zum Sieg verhalfen.

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Willi Pürstl (1975)

SEPP BRADL Für seinen unter dem Banner der damals unter deutscher Flagge erreichten WM-Titel 1939 mit der SA-Mitgliedschaft „belohnt“ und dafür nach dem Zweiten Weltkrieg interniert, holte sich der Welt erster „Über-100-Meter-Springer“ (101,5 m 1936 in Planica) auch den Sieg bei der ersten Tournee 1953. Diese wurde damals am 1., 4., 6. und 11.1. mit dem Auftakt in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen.

Download von www.picturedesk.com am 18.11.2016 (10:04). Josef Bradl, Sportler / Trainer, Österreich, Gewinner der Vierschanzentournee 1953, , 01.01.1918-31.12.1982 | Josef Bradl, athlete, coach, Austria, Winner of the Four Hills tournament 1953, 01.01.1918-31.12.1982 - 19180101_PD0670
Sepp Bradl (1953)