Michael Gregoritsch: Mein Dreamteam

Augsburg-Goalgetter Michael Gregoritsch ist der Legionärs-Shootingstar dieser Saison. Für das Sportmagazin nominiert er seine Top 11 der WM in Russland – und erklärt, warum diese Stars aus Sicht eines Spielers unwiderstehlich sind.

Text: Markus Geisler // Fotos: imago, GEPA-Pictures.com (r. o.)

Manuel Neuer

Auch wenn der Bayern-Keeper den Großteil der Saison verpasst hat, führt an ihm kein Weg vorbei. „Ich habe schon ein paar Mal gegen ihn gespielt und weiß, was er für eine Ausnahmeerscheinung ist“, sagt Gregoritsch. „Allein seine Ausstrahlung ist mehr als beeindruckend.“ Dem 32-Jährigen das Wasser reichen könnten höchstens Spaniens David de Gea oder der Italiener Gigi Buffon, „aber der ist ja leider nicht am Start“.

Marcelo

Der brasilianische Dauer(b)renner ist bei Gregoritsch links in der Viererkette gesetzt, „weil er seit Jahren bei Real und im brasilianischen Team auf über­ragendem Niveau spielt“. Und das auf einer Position, die gemeinhin als schwer zu besetzen gilt: „Es gibt außer ihm nur zwei, drei Spieler, die ihm Konkurrenz machen können, einer davon ist David Alaba – aber der ist ja leider auch nicht dabei.“

Mats Hummels

Auch ein Spieler, mit dem Gregoritsch in der deutschen Bundesliga bereits viermal die Klingen kreuzte. Daher weiß er um dessen Stärken aus allererster Hand: „Er hat alles, was du als Top-Innenver­teidiger heute brauchst: Schnelligkeit, Kopfballstärke, gute Spieleröffnung. Und er strahlt Torgefahr aus, was im modernen Fußball auch ein entscheidender Faktor ist.“

Sergio Ramos

Nicht nur, weil Michael ­Gregoritsch ein Faible für Real Madrid hat („Ein Wahnsinn, was die in den letzten Jahren in der Champions League aufgeführt haben!“), gehört der 155-fache (!) Nationalspieler zum Besten, was die Innenverteidigung zu bieten hat: „Für ihn gilt das Gleiche wie für Mats Hummels, wobei Ramos noch über einen Tick mehr Erfahrung verfügt. Wenn er im gegnerischen Strafraum auftaucht, herrscht immer Alarmstufe Rot.“

Joshua Kimmich

Was Gregoritsch am rechten Außenverteidiger, der 2016 mit 21 Jahren schon zum deutschen EURO-Kader gehörte, imponiert: „Keiner hat ihm zugetraut, dass er auf dieser Position so gut funktionieren würde, aber er hat alle eines Besseren belehrt.“ Vor allem die Konstanz, mit der Kimmich seine Leistungen abruft, ringt Gregoritsch Respekt ab: „Er ist seit zwei Jahren bei den Bayern gesetzt und auch für die DFB-Elf ein wichtiger Faktor.“

Toni Kroos

Der frühere Münchner und Lever­kusener gilt als Motor des Real-Spiels und verkörpert auf der Position des Sechsers absolute Weltklasse – auch für Michael Gregoritsch: „Seine Pass- und Schusstechnik sowie seine Ballsicherheit sind absolut herausragend. Wie er bei Real das Spiel aufzieht, ist schon große Klasse.“ Seit 2010 gehört der 28-Jährige bei jedem Turnier zum unumstrittenen Stammpersonal des amtierenden Weltmeisters.

Paul Pogba

Für Gregoritsch gehören die Franzosen heuer zu den absoluten Top-Favoriten, nicht zuletzt dank der Performance von Paul Pogba: „Auch wenn er es bei Manchester United nicht ganz so überragend ­hinbekommt wie früher bei Juve, ist er mit seiner Beid­füßigkeit und seiner Spielintelligenz ein eminent wichtiger Faktor.“ Mit seinen 25 Jahren ist er zudem das ideale Binde­glied zwischen Frankreichs jungen Wilden und den gestählten Routiniers.

Lionel Messi

Beim Thema Messi holt Gregoritsch ganz weit aus und lässt seiner Begeisterung freien Lauf: „Die meisten sind sich gar nicht bewusst, dass wir in einer Zeit leben, in der wir Ausnahmekönnern wie ihm oder Ronaldo live zuschauen können. Ich weiß, dass ich davon noch meinen Kindern und Enkeln erzählen werde. So wie meine Eltern geschwärmt haben, dass sie Maradona live spielen gesehen haben.“

Son Heung-min

Den Koreaner in Diensten von Tottenham kennt Gregoritsch aus erster Hand, da beide bei der gleichen Agentur unter Vertrag stehen. „Obwohl er richtig stark spielt und Tottenham in der Premier League ein großer Faktor ist, fliegen seine tollen Leistungen manchmal unter dem Radar“, sagt er. Privat sei der 25-Jährige ein „ruhiger, bodenständiger Typ, der sehr hart arbeitet­ und sich immer verbessern will. Er hat sich seinen Status absolut verdient.“

Neymar

Dass sich Brasiliens Superstar aus­gerechnet kurz vor der WM verletzt hat, hält Gregoritsch „schon für ein Problem, aber kein großes. Ich bin davon überzeugt, dass er rechtzeitig seine WM-Form finden wird.“ Was ihn zu einem der „drei besten Spieler des Planeten“ macht: „Vor allem seine Unberechenbarkeit in der Offen­sive, du kannst dich bei ihm auf nichts einstellen. Gepaart mit seiner Schnelligkeit, seiner starken Technik und seinem Torriecher ist das schon ein überwältigendes Paket.“

Ronaldo

Messi hin, Neymar her – der für Gregoritsch seit Jahren beste Spieler der Welt ist Cristiano Ronaldo: „Alle sagen immer, er hat sich alles erarbeitet, aber ohne riesiges Talent kommst du gar nicht in die Position, dir das, was er macht, erarbeiten zu können.“ Aus Sicht des Spielers Gregoritsch herausragend: seine Gabe, immer präsent zu sein. „Er entscheidet permanent die großen Spiele, taucht nie ab. Für mich der Größte von allen!“