Kira Grünberg: „Im Traum sehe ich mich gehen!“

Lebensfreude und schwarzer Humor, Optimismus und Selbstironie: Kira Grünberg ist in ihrem zweiten Leben angekommen. Sieben Monate nach dem verhängnisvollen Fall ins ­Bodenlose treffen wir eine beeindruckende junge Frau, die die Latte, die ihr das Schicksal aufgelegt hat, mühelos überspringt zum großen Interview!

//Interview: Manfred Behr

//Titelbild (C) SPORTMAGAZIN/ MIRJA GEH

Verdrängung, Wut, Selbstmitleid, Akzeptanz. Eine Ursache, vier Phasen. Durchlebt von vielen, die einen Schicksalsschlag zu bewältigen hatten. Den Verlust eines nahe stehenden Menschen etwa, eine niederschmetternde Diagnose oder eben: einen Unfall mit bleibender Beeinträchtigung. Wie Kira Grünberg. Nur, dass sich die 22-Jährige nicht lange mit den Phasen 1 bis 3 aufhielt, in verblüffender Geschwindigkeit zur Phase 4 respektive Tagesordnung übergegangen ist. Habe ich den Interviews mit ihr entnommen, wurde mir von ihrem Umfeld hinterbracht.

Na, dann wollen wir doch mal sehen. Interviewtermin mit Kira Grünberg. Wie viel Authentizität und wie viel Coaching hinter all den beeindruckenden, Mut machenden Botschaften wohl steckt? Zweieinhalb Stunden später ist die Frage beantwortet: 100 Prozent Authentizität, 0 Prozent Coaching. Nur die Anstaltsleitung im Rehazentrum Bad Häring blieb skeptisch. „Den Eltern und mir wurde nahegelegt, die Unterstützung zurückzufahren, damit Kira endlich in das tiefe Loch fallen, ihr Weg endlich den ’normalen‘ Verlauf nehmen kann“, schildert Kiras Manager Thomas Herzog. Der Ratschlag wurde zur Kenntnis genommen, aber geflissentlich ignoriert. Das Interview mit der querschnittgelähmten Stabhochsprung-Rekordlerin (4,45 m) zeigt eindrucksvoll, warum.

SPORTMAGAZIN: Schön zu sehen, dass es dir gutgeht. Den Ärzten scheint das aber gar nicht unbedingt so recht zu sein.

KIRA GRÜNBERG: Ich habe Querschnittgelähmte getroffen, die seit zwanzig Jahren im Rollstuhl sitzen und nie in dieses viel zitierte Loch gefallen sind. Andere haben mir erzählt, dass es Wochen gab, in denen sie nicht wussten, wie es weitergehen sollte. Wenn das Loch kommt, kommt’s, wenn nicht, bin ich natürlich auch nicht unglücklich, aber ich brauche es doch nicht zu erzwingen. Es ist nicht unbedingt mein Ziel, wochenlang zu heulen. Ändern kann ich sowieso nichts mehr dran. Wieso soll ich da jetzt herumtrauern? Es soll doch bitte jeder nach dem Unfall derselbe sein dürfen wie vorher.

Hast du eine Erklärung, warum du bisher so gefasst mit deiner Situation umgehen konntest?

Eines muss man schon sagen: Ich lebe in einem geschützten Umfeld. Eltern, Freund, Manager, Mentaltrainer, alle stehen mir zur Seite. Mein Sturz wurde als Arbeitsunfall eingestuft, damit ist man finanziell schon einmal besser gestellt. Ich muss mich nicht fragen: „Kann ich mir den Lift zuhause leisten?“ Wenn du den Umbau ohne einen solchen Familienverband während der Reha managen musst, taucht unweigerlich die Frage auf: „Wie soll ich das alles schaffen?“ Du musst ja mit dem Unfall umgehen lernen, hast dafür zunächst überhaupt keine Kraft.

Kannst du dieses verhängnisvolle Training vom 30. Juli 2015 schildern?

Ich hatte mir am 16. Juli bei der Hürdengymnastik die Außenbänder im Sprunggelenk gerissen, war seit einigen Tagen zurück im Stabhochsprungtraining und komplett fit. Die Sprünge in den Einheiten davor waren richtig gut. Es sollte meine letzte Trainingseinheit vor dem Comeback-Wettkampf am 1. August in Linz sein. Das Programm lautete: aufwärmen, drei, vier Sprung-Vorübungen mit vier Schritten Anlauf, danach Sprünge mit acht und zwölf Schritten Anlauf. Beim ersten Versuch mit acht Schritten ist es passiert.

Was ist letztlich schiefgelaufen?

Nichts Gravierendes, das hat auch Weltrekordler Lavillenie bei seinem Besuch bestätigt. Ein bisschen zu wenig Energie auf den Stab, ein bisschen zu wenig mit Hand und Schulter gearbeitet. Der Sprung sah auf dem Video meiner Mama ganz gut aus. Ich hab ja auch die Schnur in vier Meter Höhe überquert, bin dann aber unerklärlicherweise wieder nach vor gefallen. Als ob mich etwas aus der Matte rausgezogen hätte. Ich bin überzeugt: Es war Vorherbestimmung. Wäre es nicht an diesem Tag geschehen, dann eben am nächsten.

Wie oft ist es dir in deiner Karriere passiert, dass du dir während des Sprunges gedacht hast: „Jetzt wird’s aber richtig eng!“

Bestimmt 15-mal. Im Nachhinein betrachtet war der Absturz bei der Hallen-EM in Prag im März 2015 wesentlich schlimmer, dort hätte mir das Gleiche passieren können, als ich ohne Sprungtiefe in die Matten-Seitenteile neben dem Einstichkasten geköpfelt bin. Als die Wiederholung auf der Vidiwall lief, hat sich keiner hinzuschauen getraut.

Dennoch beharrst du drauf, dass Stabhochspringen kein gefährlicher Sport sei.

Ist es ja auch nicht. Ich hatte nie Angst, dass mir etwas passieren könnte. Eine Verletzung wie die meine gibt’s im Stabhochspringen sonst auch nicht. Landungen im Bereich des Einstichkastens sind keine Seltenheit, auch bei den Topstars der Szene. Passieren kann immer etwas. In Bad Häring war ein Patient, der aus der Hollywoodschaukel gefallen und nun querschnittgelähmt ist.

Wie hast du die Minuten nach dem Crash erlebt? Es heißt, dir war das Ausmaß der Verletzung ziemlich schnell klar.

Wenn du in diesem Kasten liegst, deine Beine noch kurz zucken und du sie danach nicht mehr spürst, denkst du schon: Irgendwas ist da jetzt nicht, wie es sein soll. Schmerzen hatte ich keine – wie auch, wenn man vom Hals abwärts nichts mehr spürt? Nur in den Armen war da so ein unangenehmes Kribbeln. Das hat mich noch Wochen begleitet und sich jedes Mal verschlimmert, wenn mich jemand berührte. Was vom Bundespräsidenten angefangen trotz aller Hinweise jeder getan hat. Aber wenn du jemandem nicht die Hand geben kannst, bist du unwillkürlich versucht, ihm über den Arm zu streichen. Was soll’s? Ich hab’s überlebt.

(C) mirja geh /SPORTMAGAZIN

Du warst die gesamten zwei Stunden bis zur Operation ansprechbar. Bist du nie in Panik geraten?

Man ist in einem Schockzustand, das Adrenalin, die Medikamente. Sicher denkt man: Wie wird mein Leben jetzt weitergehen? Die Konsequenzen sind einem ja nicht bewusst. Ich dachte immer: Querschnittgelähmt, okay, da kann jemand nicht gehen. Dass ich nicht mehr schwitzen werde können, weil der Temperaturhaushalt unterhalb meines Wirbelbruchs geregelt wird, war mir unbekannt. Genauso wie die Probleme mit der Atmung. Dass man die Bauchmuskulatur nicht mehr ansteuern kann, daher mit dem Zwerchfell atmen muss. Dass dann nicht so viel Luft übrig bleibt. Beim Lungentest bin ich unlängst auf 2,3 Liter gekommen, vor dem Unfall waren es über 5.

Du hast dich kurz nach der Operation über deinen Zustand aufklären lassen. Die Prognose war nicht allzu ermutigend.

Der Chirurg sagte, dass ich nur den Kopf bewegen werde können. Das war eine Woche auch so. Am Anfang der Reha habe ich den Löffel kaum zum Mund gebracht, so schwer war der. Nach drei Löffeln war ich fix und fertig, heute ist es völlig normal, selbstständig zu essen. Ich kann das Handgelenk nach oben bewegen und daher auch meinen Rollstuhl. Schultermuskulatur und Bizeps funktionieren gut, sonst ist nicht viel geblieben. Nach nunmehr sechs Monaten tut sich nicht mehr viel, es kommen noch Kleinigkeiten beim Spüren, man entwickelt die Feinmotorik weiter. Unlängst hab ich mir zum Beispiel erstmals seit dem Unfall wieder die Fingernägel lackiert. Es war nicht perfekt, aber es wird. Die Hoffnung, auch die Finger bewegen zu können, hat sich hingegen nicht erfüllt. Wobei mir der Trizeps wichtiger gewesen wäre. Sich aufstützen, selber in den Rollstuhl wechseln, etwas aus dem Kasten holen, ohne dass einem der Arm auf den Kopf fällt.

,,Ich habe immer geglaubt: Wenn man sich das Genick bricht, ist man tot. Offenbar doch nicht. Glück gehabt!”

Kira Grünberg

Du hast erst während der Reha erfahren, dass du in Lebensgefahr warst?

Es gibt vier Arterien, die das Hirn mit Blut versorgen, die zwei hinteren waren abgeklemmt, eine ist es heute noch. Stört aber nicht weiter, müssen eben die anderen mehr pumpen. Wovor die Ärzte am meisten Angst hatten, war, dass sich die eine Arterie plötzlich öffnet und ein Blutklumpen ins Gehirn wandert. Es bestand die Gefahr eines Schlaganfalls, aber auch bleibender Hirnschäden. Wobei ich ohnehin geglaubt hätte: Wenn man sich das Genick bricht, ist man tot. Offenbar doch nicht. Glück gehabt!

In welchen Alltagssituationen wird dir dein Handicap schmerzlich bewusst?

Ich würde mir gern allein die Hände waschen, so richtig, zwischen den Fingern. Das Gute ist: Ich spüre auch nicht, wenn sie dreckig sind. Und es verhält sich bei mir wie bei fast jedem Rollstuhlfahrer: Hätte ich die Wahl, wieder gehen oder selbstbestimmt die Toilette aufsuchen zu können – ich würde mich für Zweiteres entscheiden. Ich spüre nicht, wenn die Blase voll ist, muss zu fixen Zeiten kathetert werden. Das ist eines jener Dinge, an die man sich am schwersten gewöhnt.

Auf deinen Vorschlag hin hat dein Mentaltrainer nach dem Unfall auch deine Eltern betreut.

Nicht nur sie, auch meine Trainingsgruppe. Die haben anfangs gesagt: „Stabhochspringen können wir jetzt nimmer.“ Aber ich konnte alle bis auf einen umstimmen: „Warum? Stabhochspringen ist doch das Schönste, wir haben dafür gelebt, das war unser Traum.“ Ich würde auch sofort wieder, wenn es ginge, keine Frage. Das wäre das Letzte, was ich mit meinem Unfall vermitteln will: dass Eltern ihre Kinder nicht mehr zum Stabhochspringen schicken.

Eltern könnten derzeit eher versucht sein, die Leichtathletik wegen der Unmenge an Dopingfällen zu meiden.

Leider. Für mich war witzig, dass sie mir in der Klinik alles reingepfiffen haben, was mir bis dahin verboten war. Morphium, Schmerzmittel, alles. Da habe ich gedacht: Wenn ich jetzt eine Harnprobe bräuchte, na viel Spaß.

Du bist mit deinem Freund seit fünfeinhalb Jahren zusammen. Was hat der Einschnitt mit eurer Beziehung gemacht? Noch mehr zusammengeschweißt?

Auf jeden Fall. Ich hätte nicht gedacht, dass Christoph mit der Situation so gut umgehen kann. Ein Wahnsinn, wie er das schafft.

Du wohnst seit 10. März wieder zuhause in deinem Elternhaus in Kematen. Konnten mit den Umbauten all deine Bedürfnisse befriedigt werden?

Das ginge gar nicht. Absolut behindertengerecht hieße, alles unterfahren zu können, auch die Küche; Kleiderschränke, in denen alles auf meiner Augenhöhe untergebracht ist. All das würde unendlich viel Platz brauchen. Möglich wäre es im benachbarten Stadl gewesen. Aber der steht unter Denkmalschutz, eine entsprechende Adaptierung hätte 1,5 Millionen Euro gekostet. Die Behörde hat mich klipp und klar wissen lassen: Denkmalschutz geht vor Individuum.

(C) mirja geh / SPORTMAGAZIN

Über dich heißt es stets: Du bist sozial abgesichert. Was bedeutet das im Detail?

Dass ich mein Bundesheergehalt eins zu eins an meine 24-Stunden-Pflege weitergeben werde. Die kostet 2100 Euro, meine Pflegestufe 5 bringt 900.

Als zusätzliche Unterstützung wurde ein Hund bereitgestellt.

Ich hab ihn „Balu“ genannt, weil er braun, groß und kräftig wie ein Bär ist. In eineinhalb Jahren wird er fertig ausgebildet sein, mir viele Handgriffe abnehmen können: Licht einschalten, Schuhbänder und Türen öffnen, Hilfe holen etc. Aber es bringt auch mich weiter, die Verantwortung zu haben, mich um ein Lebewesen zu kümmern.

War es für dich nach dem Unfall ein Vorteil, davor Sportlerin gewesen zu sein?

Definitiv. Die Muskulatur, die ich behalten konnte, war immer koordiniert. Man ist vielleicht auch ideenreicher, wenn etwas nicht funktioniert. Und ich habe keine Angst, aus dem Rollstuhl zu fallen. Was soll noch passieren? Die drei Halswirbel sind zusammengeplattet, jede Verletzung darunter kann mich nicht mehr schädigen als ohnehin schon.

Bist du schon einmal aus dem Rollstuhl gefallen?

Ja, zuhause, in den Weihnachtsferien. Ich hatte den Kippschutz deaktiviert und bin in der Speis bei einem ein Zentimeter hohen Sockel rücklings rausgepurzelt. Als Erstes hab ich gleich gecheckt, ob noch alle Funktionen da sind. Als Zweites, ob neue dazugekommen sind. Leider nicht.

Spielen deine Träume in der Gegenwart oder Vergangenheit?

In der Gegenwart, aber nicht notwendigerweise im Rollstuhl. Ich finde es wichtig, mich im Traum gehen zu sehen. Ich fahre zum Beispiel zum Strand, im Sand taugt der Rollstuhl nichts – ich stehe auf und gehe ins Meer. Oder ich bin mit den Jungs beim Training. Sie machen eine Übung nicht gscheit. Ich sage zu ihnen: „Warum schafft ihr das nicht? Das kann ja sogar ich besser!“ Stehe auf und zeige es ihnen vor.

Siehst du für dich eine Zukunft als Behindertensportlerin?

Wettkampfsport kann ich mir derzeit nicht vorstellen. Das Problem wird sein, einen Sport zu finden, in dem ich wieder so aufblühe. Ein Matthias Lanzinger hatte es vergleichsweise leicht. Der war vorher Alpinsportler und konnte seinen Sport nachher wieder ausüben. Stabhochsprung wird sich für mich nicht mehr ausgehen. Ich war Schnellkraftsportlerin, da sind die Alternativen überschaubar. Rollstuhlrugby vielleicht. Ich war nie die begnadete Ausdauerathletin. Schwer vorstellbar, dass ich Gefallen daran finde, drei Stadionrunden im Rollstuhl zu drehen. Was dazu kommt: Ich wollte immer zu den echten Spielen, die Paralympics sind doch nicht dasselbe.

,,Ich will mich dafür einsetzen, dass für alle Querschnittpatienten so ein ,Krisenstab' zur Verfügung steht wie für mich. ”

Kira Grünberg

Wohin könnte dich deine berufliche Reise führen?

Motivationsvorträge zu halten würde mir Spaß machen. Oder den Zuschauern die Leichtathletikbewerbe in Rio als Co-Kommentatorin näherzubringen. Ich habe auch vor, im Herbst mein Pharmaziestudium wieder aufzunehmen. Leicht wird’s nicht, ich habe ein Jahr lang meinen Geist nicht trainiert.

Du bekommst sehr viel Anerkennung dafür, wie du deine Situation meisterst. Ich behaupte: mehr, als du als Sportlerin jemals bekommen hättest können.

Schade eigentlich, ich hätte sie als Stabhochspringerin lieber gehabt. Als Athletin in einer Randsportart opferst du dein ganzes Leben, steckst genauso viel Energie rein wie ein Skifahrer und wirst nicht oft belohnt.

Aber kannst du als Role Model in deiner jetzigen Situation nicht tatsächlich eine noch größere Inspiration für andere sein?

Stimmt, womöglich habe ich jetzt Wichtigeres mitzugeben. Dass man nicht aufgeben darf, dass es immer weiter geht. Wen interessiert das, wenn das eine Stabhochspringerin sagt? Jetzt habe ich andere Ziele, als Weltmeisterin zu werden. Mit der Behinderung zurechtzukommen, selbstständig zu werden. Es sind vollkommen verschiedene Leben. Vorher war ich viel in Bewegung, auf Reisen, hatte einen muskulösen Körper. Jetzt kann ich drei Viertel von ihm nicht bewegen. Das schockiert die Leute und erhöht ihre Aufmerksamkeit.

Du hast dir diese Vorbildrolle extrem früh aufgebürdet. Schon im Krankenhaus, wo du unmöglich wissen konntest, ob du diese Rolle in zehn Wochen noch erfüllen wirst können.

Ein bisschen Risiko muss man schon eingehen (lacht). Tom hat schnell gemerkt, dass sich der mentale Verlauf bei mir nicht ganz „normal“ entwickelt, die Bereitschaft da ist. Zumal mir die große Anteilnahme viel Kraft gegeben hat. Das hat mir das Gefühl vermittelt, nicht immer nur allein in diesem Bett zu liegen.

Hast du eine Antwort auf die Frage gefunden, ob dieser Unfall einen tieferen Sinn in sich trägt? Viele sagen, eine solche Prüfung widerfährt nur Menschen, die das auch durchstehen. Irgendeinen Sinn wird es schon gehabt haben. Ich will mich dafür einsetzen, dass für alle Querschnittpatienten so ein ,Krisenstab‘ zur Verfügung steht wie für mich. Du bist ja allen ausgeliefert, den Ärzten, den Pflegern, bist froh, dass dir jemand hilft. Ein gutes Team macht extrem viel aus. Nur dann hast du den Kopf frei, um schneller gesund zu werden.

,,Es war sicher nicht Gott, der mich in diesen Einstichkasten reingeklopft hat.”

Kira Grünberg

Welche Rolle spielt der Glaube in deinem Prozess, diese neuen Ziele als erstrebenswert anzunehmen?

Man ist in meiner Situation zwei konträren Sichtweisen ausgesetzt. Die einen sagen: Wieso bist du nicht gläubig? Die anderen: Wie kannst du gläubig sein, nach dem, was Gott dir angetan hat? Ich glaube tatsächlich an etwas, aber mein Glaube hat mit Kirche nichts zu tun. Ich war Ministrantin, gehe zu Ostern und Allerheiligen in die Messe, eher aus familiären Gründen. Und ich vertrete die Auffassung, dass Beten denselben Zweck erfüllt wie Meditieren. Es geht darum, zu entspannen, sich wohlzufühlen. Jeder muss das Beste für sich finden. Ich gebe niemandem die Schuld für meinen Unfall. Es war sicher nicht Gott, der mich in diesen Einstichkasten reingeklopft hat.

War dein schwarzer Humor schon immer so stark ausgeprägt?

Nein, aber drei Wochen Bad Häring und du hast ihn für immer intus.

 

Noch kein SPORTMAGAZIN-Abo? Hier zuschlagen!