Jürgen Melzer: „Weil ich es kann“

Der 36-jährige Linkshänder  hat Österreich mit zwei Siegen gegen Russland die Chance auf die Rückkehr in die Daviscup-Weltgruppe gegeben. Und selbst, wenn der Tennissport bei der ehemaligen Nummer 8 der Einzelweltrangliste nach fast 20 Profijahren seine tiefen Spuren hinterlassen hat, liebt der zweifache Grand-Slam-Sieger im Doppel diesen innig – und will ihm auch über das mittlerweile im Raum stehende Ende der aktiven Karriere hinaus erhalten bleiben. Vielleicht als Bruder-Coach, als Daviscup-Captain oder auch im Verband. 

//Interview: Fritz Hutter //Fotos: GEPA-Pictures.com

Wie hast Du Deine beiden Daviscup-Erfolge physisch weggesteckt?

Der Arm ist nicht schlechter als vorher. Aber natürlich kämpfe ich, seit ich wieder voll spiele, damit, dass es sich mein Ellbogen jeden Tag gleich gut anfühlt – das tut er aber noch nicht. Es gibt Tage, die sind besser und Tage, an denen man sich mit einer Tablette helfen muss. Aber im Großen und Ganzen habe ich‘s ok weggesteckt. Es war nicht so, dass ich mich am nächsten Tag nicht bewegen konnte.

Würdest du wieder Doppel und Einzel hintereinander spielen wollen?

Auch mit einen paar Tagen Abstand würde ich es wieder machen. Wir haben am Vorabend die Möglichkeiten durchgespielt und ich habe gesagt, wenn wir das Doppel in zwei Sätzen gewinnen oder in zwei verlieren, dann spiele ich auch Einzel. Als ich dann reingegangen bin, habe ich schon gewusst, dass es von der Fitness her eng wird. A, weil ich sicher noch nicht am Top-Level bin und B, weil es in der Halle dort so trocken und heiß war, dass meine Grundtemperatur irgendwie zu hoch wurde. Deshalb auch das ganze Eis. Die Müdigkeit war gar nicht so groß, mir war einfach wahnsinnig heiß.

Wie fix war es eigentlich im Vorfeld, dass du überhaupt zum Einsatz kommen wirst?

Ich war mir relativ sicher, dass ich Doppel spielen werde. Und dann haben wir einfach geschaut, wie sich die beiden anderen zu Recht finden. Aber natürlich hätte man auch die Möglichkeit gehabt, mich am ersten Tag Einzel und zweiten Tag Doppel spielen zu lassen und mich dann rauszunehmen. War eine Kapitänsentscheidung und im Endeffekt hat er alles richtig gemacht.

Im Doppel haben sich Eure Strategie und Routine gegen die Power von Russlands jungen wilden Rublew und Katschanow durchgesetzt.

Ich glaube mit Philipp Oswald und mir haben die beiden besseren Doppelspieler gewonnen. Vielleicht nicht die besseren Tennisspieler aber eben die besseren Doppelspieler. Ossi hat eine perfekte Matchleistung gebracht und sich sowohl beim Return wie auch in Sachen Auftreten extrem gesteigert. Selbst als wir die drei Matchbälle versemmelt haben, war nie das Gefühl da, dass wir jetzt zu wackeln beginnen.

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Dann im Einzel gegen die Nummer 85 der Welt, Evgeny Donskoy, haben speziell deine Grundschläge ungemein sicher gewirkt. Du bist jede Rallye gegangen ohne die Geduld zu verlieren und mit Gewalt etwas komplett Unerwartetes zu probieren.

Ich hab tatsächlich schon im Doppel gespürt, dass es mir wurscht ist, wer mir im Cross-Duell gegenübersteht, ich werde das Tempo mitgehen können. Dazu ist gekommen, dass die Bedingungen für mich ideal waren. Müsste ich mir einen Tennisplatz bauen, würde er genauso ausschauen wie dort in Moskau. Zügig aber nicht zu schnell, flacher Absprung, schwere Bälle, indoor. Perfekt für mich, weil ich irgendwann das Gefühl bekomme, ich mache keine Fehler – und dann bin ich meiner Meinung nach am gefährlichsten.

Auffällig war, dass man dich während der Partie immer wieder Schmunzeln gesehen hat. Und  eine „Auseinandersetzung“ mit dem phasenweise desolaten Umpire hast du gerade lang genug durchgezogen, um wieder ein bisserl Kraft zu tanken. Zeichen der wohltuenden Wirkung von Routine? 

Keine Frage, ich war körperlich am Limit und hab mir alles geholt, was ich kriegen konnte. Und da spielt es eine Rolle, dass du nicht zum ersten Mal  Daviscup spielst sondern zum 74. Mal. Genau in solchen Momenten spürst du die Erfahrung und auch die Gelassenheit. Ich habe an diesem Wochenende nicht einziges einmal Hektik empfunden. Ein lässiges Gefühl. Und natürlich hat auch noch mitgeholfen, dass niemand was von mir erwartet hat. Trotzdem habe ich mich auch in Form gefühlt und das ist von Tag zu Tag noch besser geworden, obwohl ich am Donnerstag nur mehr eine Stunde und am Freitag gar nicht mehr gespielt habe.

Aus Schaden wird man ja angeblich klug. Konntest du von den in den letzten Jahren erlittenen „Schäden“ an der Schulter und am Ellbogen irgendwie profitieren? 

Tatsächlich habe ich extrem viel durchs Kommentieren gelernt, was ich ohne die Verletzungspausen ja nie gemacht hätte. Aus dieser Vogelperspektive kannst du um so viel besser analysieren. Und es relativiert sich alles. Mittlerweile bin ich einfach nur mehr froh, spielen zu können. Dadurch ist der Druck ganz ein anderer. Wenn ich daran denke, wie du unter Strom stehst, wenn, wie etwa bei Dominic Thiem, jede Woche verlangt ist, dass du Semifinale oder Finale spielst. Bei mir ist es jetzt ganz etwas Anderes. Es ist ein Genuss zu spielen und einige immer noch ärgern zu können.

Aber du strebst doch wieder an, drei Wochen im Monat zu spielen, oder?

Durchaus, aber im Moment bin ich davon noch ein bisserl entfernt.  Ich glaube, dass ich künftig einen 2:2-Rhythmus spielen muss, einen 3:1er-Rhythmus aber nicht mehr zusammenbringen werde.

Am letzten Daviscup-Wochenende warst du nicht der einzige erfolgreiche „Alte“. In Valencia etwa haben sich die Herren Ferrer und Kohlschreiber ein sehenswertes Fünfsatzduell geliefert. Warum sind die reiferen Tennisstars von heute „jünger“ als jene von früher?

Weil professioneller gearbeitet wird. Viele Spieler reisen heute mit Physio und arbeiten einfach besser „mit ihrem Körper zusammen“. Du hörst genauer drauf und die Verletzungsprophylaxe ist viel wichtiger geworden. Und außerdem weißt du, dass selbst wenn ein unfassbares Jobangebot kommt, du das wahrscheinlich auch noch in drei Jahren machen kannst und genießt deshalb jeden noch verbleibenden Tag am Platz.

Was ist der größte Unterschied zwischen dem Jürgen Melzer von heute und jenem von, sagen wir, 2012?

Die Zielsetzung. 2012 habe ich noch Memphis gewonnen (Anm.:  Finalsieg über Milos Raonic). Da war ich zwar schon am Rücken verletzt, hatte aber immer noch dieses Top-10- oder Top-15-Ziel. Ich habe sehr lange gebraucht, um zu akzeptieren, dass mein Körper einfach nicht mehr so funktioniert wie vielleicht bis 2010. Und ab dem Zeitpunkt, wo ich das kapiert habe, sind leider die Verletzungen gekommen. Hätte ich jenen Arzt, der mir den Rücken mit dem Bandscheibenriss in der Lendenwirbelsäule schmerzfrei gemacht hat, früher gefunden, hätte ich drei Jahre meiner Karriere retten können. Aber im Nachhinein ist man bekanntlich immer gescheiter.

Gibt es rein tennistechnisch gesehen etwas, das du heute besser kannst als zu deiner Primetime unter den Top-10?

2016 habe ich in der Vorbereitung den kurzen Vorhand-Cross gelernt.  Mit meinem damaligen Coach Jan Velthuis bin ich da 20, 30 Minuten vor und nach jedem Training im Kleinfeld gestanden und hab den geübt. Jan meinte damals, das ist ein Ball, der extrem wichtig ist, den ich aber nicht habe. Bis dahin habe ich immer alles lang hinten ins Eck gepfeffert. Klar ist mein Kurz-Cross jetzt noch immer nicht wie der vom Federer, aber ich habe ihn zumindest drauf. Auch vollieren werd ich heute technisch sicher besser. Da hat mir der Fredrik Rosengren (Anm.: 2017 von März bis zur Ellbogen-OP Anfang Oktober Melzer-Coach)  im Vorjahr noch beigebracht, die leichte Schleife beim Ausholen zum Vorhandvolley wegzulassen und damit weniger aus dem Handgelenk zu vollieren. Mit sowas kriegst du mich im Training immer noch.

Siehst du schlechter?

Nein.

Wie läuft es beim Socken anziehen?

Das konnte ich schon mit 31 nicht mehr richtig. Das liegt einfach am Rücken. Wo mit 22 manchmal zwei Minuten Armkreisen gereicht haben, wärme ich heute für jedes Training eine Stunde auf und sitz danach noch ewig am Radl und dehne aus. Wenn ich heute kalt einen Sprint anziehe, weiß ich nicht, was zuerst abreißt.  Das ist die Rechnung für 20 Jahre Profitennis. Irgendwann wird einfach der immer größere Aufwand meine Karriere beenden.

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Nach dem Erreichen des Paris-Semifinales und der erfolgreichen Sturm auf die top-10 auch im Einzel war Jürgen Melzer 2010 unser Sportler des Jahres

Du bist nun seit einem Jahr Vater eines, wie man hört, bereits sehr agilen Sohnes. Auch für ihn willst du sicher fit sein und bleiben …

… genau deswegen spiele ich sicher nicht mehr so lange, dass ich im Rollstuhl runter vom Platz fahre. Das Leben danach wird einfach lässig. Schon jetzt geht mir das Herz auf, wenn der Kleine in der Früh aufsteht und er als Erstes zum Tennisschläger rennt und einen Ball herumrollt. Ich freue mich aber auf alles was kommt und es wär einfach blöd nichts davon mehr machen zu können, weil ich ein Jahr zu lange Tennis gespielt habe.

Hast du das Gefühl, noch etwas beweisen zu müssen?

Nicht mehr. Ich spiele wirklich nur mehr, weil es mir einfach Spaß macht. Aber klar freut es mich, wenn irgendwer sagt, was fährst du mit dem Alten da zum Daviscup und dann mach ich am Samstag g’schwind einmal zwei Punkte.  Vor allem macht mir Tennis aber wie gesagt noch immer sehr viel Freude – weil ich es einfach gut kann.

Verspürst du wirtschaftlichen Druck?

Es ist nicht so, dass ich nie wieder etwas machen muss, aber ich hoffe, dass ich mir einmal aussuchen kann, was ich mache. Ich wollte mir einmal ein schönes Haus bauen und auch dafür habe ich Tennis gespielt. Diesen Traum konnten meine Frau (Anm.: Ex-Schwimmerin Fabienne Nadarajah) und ich uns nun erfüllen und ich freu drauf, wenn wir Ende August einziehen können. Aber ich bin kein materieller Typ. Ich brauche immer noch nicht das teuerste Auto und 37 Uhren, sondern es reicht mir, wenn ich mit dem Kleinen irgendwo reingehen kann und einfach einen Pulli für ihn kaufe, wenn er uns taugt. Auch wenn mein Tennis im Moment natürlich ein Minusgeschäft ist, verspüre ich am Platz keine Geldsorgen.

Ist nix müssen und alles können das Coolste?

Natürlich ist es geil, wenn ich so wie unlängst als Joker mitfahr‘ und eben g‘schwind zwei Punkte mach. Ich hätt aber auch im Einzel eine auf den Schädel kriegen und im Doppel einen Megatopfen zusammenspielen können. Das hat sich nach der wirklich hervorragenden Trainingswoche zwar nicht abgezeichnet, ist aber auch schon vorgekommen – gedacht habe ich diesmal keine Sekunde daran. Mittlerweile kann ich eine gute Trainingsleistung aber besser einschätzen und auch im Match direkter umsetzen. Aber verlieren kannst du natürlich immer noch …

Wer, findest du, hat sich aus deiner Generation neben Roger Feder am besten gehalten?

Ich würde sagen der „Feli“ (Anm.: Feliciano Lopez, 36). Mit seiner Spielanlage muss er nicht so viel rennen. Er serviert wie ein Stier und oft 70, 75 Prozent erste Aufschläge, spielt mit seinem Slice sehr ökonomisch und hat einen unglaublichen Körper. Extrem ist für mich auch David Ferrer, aber es wäre für mich das Schlimmste jeden Tag schon beim Aufstehen zu wissen, ich kann nur gewinnen, wenn ich den Gegner umrenne. Dazu hat er jetzt zwei Jahre einen Hänger gehabt und sich einen Schlägerwechsel eingebildet aber jetzt wird es wieder. Eigentlich unglaublich …

Tommy Haas meinte, dass seine schweren Schulterverletzungen seine Karriere verlängert haben, weil sich in der Pause der Rest des Körpers erholen konnte. Empfindest du das ähnlich?

Sein Tennisalter war einfach niedriger als sein biologisches. Die Rehas haben sicher geholfen etwa Knie und Hüften zu schonen. Bei mir war das die letzten drei Jahre sicher ähnlich aber ich habe davor einfach schon so viel Einzel und Doppel gespielt, dass irgendwann in näherer Zukunft der Ofen aus ist und so sage ich heute, dass einfach nix mehr passieren darf, sonst ist es aus.

Mit Einzel?

Eher überhaupt. Ich glaub, dass ich dann nicht mehr genug Muße für einen weiteren Neustart hätte. Eben auch in Hinblick aufs Leben danach.

Roger Federer hingegen scheint sein Tennisalter auszureizen.

Der weiß heut einfach ganz genau, was ihm gut tut. Trotzdem war ich sehr überrascht, dass er heuer die Sandplatzsaison doch wieder auslässt. Zuerst hat es ja geheißen, dass er sie spielt.   Aber weiß halt, dass er Paris nicht gewinnen kann.

Der Tag als Jürgen Melzer gegen Novak Djokovic ins Paris-Semifinale einzog:  

Fix nicht?

Meiner Meinung nach nicht. Da sind einfach mittlerweile zu viele unterwegs, die ihn da ärgern können. Aber wenn du praktisch jedes Turnier gewinnst, bei dem du mitspielst, kannst du eine Sandplatzsaison wahrscheinlich leichter auslassen.

Bei seiner Niederlage gegen del Potro heuer in Indian Wells hat der Außerirdische aber gar nicht so cool wie üblich gewirkt sondern geradezu menschlich. 

Da habe ich ihn zum ersten Mal wieder hadern gesehen. Er hat geschimpft und sich mit dem Umpire angelegt.

Noch einmal zu deinem Comeback. War es tatsächlich das letzte?

Definitiv. Ich mache das jetzt zum dritten Mal, brauche mein drittes Protected Ranking. Zweimal Schulter, einmal Ellbogen. Ich hätte den Nerv nicht mehr. Der Aufwand, um so zu spielen, wie ich es jetzt tue ist einfach zu groß. Mittlerweile liege ich mehr auf der Therapiebank als ich am Platz stehe und habe im Prinzip gar keine Freizeit mehr.

Wie geht es weiter?

Quali in Barcelona, Quali in München, wo ich hoffe, mit Philipp Petzschner einer Wildcard für den Doppelhauptbewerb zu bekommen. Mal sehen, ob die so nett sind und uns eine geben. Dann werde ich noch ein Turnier vor Paris spielen und dann eben die Quali für Roland Paris. Fakt ist, dass ich bald ein Einzelmatch gewinnen muss, sonst fliege ich aus der Weltrangliste.

Wie reist du jetzt?

Beim Challenger vorm Daviscup in Marbella war ich mit Family und meinem aktuellen Trainer Thomas Strengberger.  Nach Barcelona werde ich aber wohl alleine fahren. Unser Sohn hat grad laufen gelernt und ist überall dran. Das wäre für die Fabienne einfach zu anstrengend weil sie selber Profi genug war, um mir auf Tour alles abnehmen zu wollen und ich im Gegenzug kaum mithelfen kann. Ob Thomas ab und an mitfahren kann steht noch nicht fest und Physios gibt es ohnehin bei den Turnieren.  So gesehen wäre heute Jan Velthuis wieder perfekt, da er Trainer und Physio ist. Als Deutscher U21-Chefcoach ist er aber unabkömmlich. Leider.

Wildcards werden heute also auch einem ehemaligen Paris-Semifinalisten nicht mehr nachgeschmissen?

Absolut nicht. Wir haben jetzt erst für den Challenger in Tunis angefragt und eine Absage kassiert.

Wer ist wir?

Mein langjähriger Manager Ronnie Leitgeb und ich. Er hilft mir nach wie vor. Zuletzt gab es halt nur wenig zu managen.

Wie steht es eigentlich mit deiner Standfestigkeit im Best-of-5-Modus?

Ich denke, dass ich das für Paris bzw. auch Wimbledon hinkriegen werde. Für den Daviscup im September sollte es aber fix kein Problem sein, auch fünf Sätze zu spielen.

Im Idealfall ist im Play-Off-Spiel gegen Australien dann auch Dominic Thiem wieder dabei.

Hoffentlich. Auch wenn er die Woche darauf in Moskau auf Hartplatz spielt, wir gegen die Aussies meiner Meinung nach aber unbedingt auf Sand gehen müssen. Kann aber sein, dass Dominic erst kurzfristig entscheidet.

Ist der Wiederaufstieg in die Weltgruppe eins deiner verbliebenen Karriereziele?

Ich würde sehr gerne noch einmal in der Weltgruppe spielen und dann auch gezielt darauf hinarbeiten. Aber jetzt muss ich zuerst schauen, wie der Sommer verläuft. Wenn ich merke, dass ich nur mehr jede dritte Woche spielen kann, dann werde ich erstens bei den Erste Bank Open in Wien leise Servus sagen und mich zweitens gewissenhaft auf den Daviscup vorbereiten. Aber das hängt alles an den nächsten Wochen

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Du hast also sämtliche Varianten durchgespielt?

Natürlich. Wenn ich nur mehr alle drei Wochen spielen kann, dadurch im Ranking nicht mehr vorkomme und nicht mehr zu den Turnieren komme, wo es wirklich Spaß macht, dann spiele ich lieber nur mehr Liga.

Siehst du zusätzlich zu den Ligaeinsätzen auch eine Zukunft im Tennis, vielleicht sogar irgendwann als Non-Playing-Captain des österreichischen Daviscup-Teams?   

Wenn sie mich nehmen, werde ich das sicher einmal machen. Ich glaube aber, dass man vielleicht ein, zwei Jahre braucht, um nach dem Ende der sportlichen Karriere ein wenig Abstand zu gewinnen. Wenn es sich früher ergibt, dann macht man sowas wahrscheinlich aber auch früher. Ich habe mir erst jetzt in Moskau am ersten Tag gedacht, irgendwann da drinnen sitzen wäre schon lässig. Das ist eines der wenigen Tenniswochenenden, wo du als Trainer so richtig eingreifen kannst.

Ein richtiger Brotjob wäre Daviscup-Captain aber nicht. Was käme dafür in Frage? 

Ich könnte mir schon vorstellen, meinem Bruder eine Zeit lang zu helfen oder ich versuche als Coach einen anderen Spieler wirklich weit nach vorne zu bringen. Aber das ist halt wieder mit sehr viel reisen verbunden, muss von der Familie abgesegnet sein und nur eine Möglichkeit. Die andere wäre, dass ich was im Verband mache. Ich glaube, dass dort mit dem neuen Präsidenten gute Weichen gestellt worden sind, dass ich mir vorstellen kann, da was zu tun.

Der Bereich „Tennis“ ist also einigermaßen fix? 

Ja. Da kenne ich mich eindeutig am besten aus. Ich habe zwar Matura gemacht aber sonst nur eine Ausbildung mit der gelben Filzkugel gemacht und ich fände es schade, wenn dieses Wissen irgendwo versumpert.