Backstage: Wie gut ist Real Madrids Philipp Lienhart wirklich?

Spielen ist Silber, Schweigen ist Gold. Wie gut ist Österreichs Real-Export wirklich?

//Text: Tom Hofer

//Titelbild: (C) GEPA Pictures

Fragen zu seinem Alltag beim weißen Ballett sind tabu. Über seinen ehemaligen Coach Zinédine Zidane darf Philipp Lienhart erst recht nichts sagen. „Er hat sogar Interview-Verbot, wenn er bei uns im Nationalteam ist“, erzählt U21-Teamchef Werner Gregoritsch im SPORTMAGAZIN-Talk. Österreichs 19-jähriger Real-­Export ist der jüngste Kicker in seiner Mannschaft. „Ich hab ihn bewusst dazugenommen, weil er mich bei der U20-WM in Neuseeland beeindruckt hat und der 94er-Jahrgang außerdem nicht gerade gesegnet mit guten Innenverteidigern ist.“

,,Er ist sehr geerdet, lässt seine Mitspieler nie spüren, dass er von einem der größten Klubs der Welt kommt.”

ÖFB-Coach Werner Gregoritsch über Philipp Lienhart

Lienhart und der Tanz mit dem weißen Ballett

Lienharts Pluspunkte? „Stark im Zweikampf, schnelle Beine und im Spielaufbau merkt man die Real-Schule, er versucht, alles spielerisch zu lösen. Abgesehen davon ist er ein Profi, der genau weiß, was er will.  Das sind schon einmal die besten Voraussetzungen, um ganz an die Spitze zu kommen“, ist Gregoritsch überzeugt. Noch unter Rafael Benítez feierte der 1,88 m große Lilienfelder beim verhängnis­vollen Cup-Match gegen Cádiz die Feuertaufe in Reals Einser-Team – als erster Österreicher in der 114-jährigen Klubgeschichte. Vorerst sein einziger Einsatz, noch sind die Spiele in der Segunda División B, Spaniens dritter Liga, Realität.

Von seinen ehemaligen Schützlingen im B-Team hievte Zinédine Zidane lediglich den 19-jährigen Brazil Boy Abner, einen Linksverteidiger, in den Champions-League-Kader. Lienharts Berater Rob Groener zum SPORTMAGAZIN über den Status quo: „Klar, der Schritt in die erste Mannschaft ist ein sehr großer. Man darf nicht vergessen: Schafft Philipp den Sprung, ist er absolute Weltklasse. Seine Entwicklung bis jetzt ist sehr gut, er ist auf dem richtigen Weg. Und er spricht auch schon sehr gut Spanisch.“