Backstage: 70 Millionen für neue Alabas

Unweit der Allianz Arena stampft Bayern ein neues Nachwuchszentrum aus dem Boden. Ab 2017 wird hier an der next Mia-san-mia-Generation a la David Alaba gefeilt.

//Text: Tom Hofer

//Titelbild: (C) GEPA Pictures

Für einen Ehrgeizling wie Matthias Sammer wurde diesen Sommer der Worst Case Wirklichkeit: Kein einziger Bayern-Nachwuchsspieler schaffte den Sprung in die diversen DFB-Kader, weder für die U17-, U19- und U21-EM noch für die U20-WM in Neuseeland! „Wir haben da sicher ein Stück weit Nachholbedarf“, knurrt Sammer im Talk mit dem SPORTMAGAZIN. Im neuen U17-Team sind zumindest wieder zwei Bayern-Youngster (Fabian Benko und Niklas Dorsch) vertreten. Mit Joshua Kimmich (20) wurde um 8,5 Millionen Euro ein Megatalent aus Leipzig losgeeist. Sammer: „Unser großes Ziel muss sein, das Fundament aus eigenen Spielern zu erhalten – derzeit ist das mit Müller, Lahm, Badstuber und Alaba noch der Fall. Dazu werden wir punktuell weiter Spieler von Top-Qualität verpflichten. Diese Mischung, in einem gesunden Verhältnis, war immer das Erfolgsgeheimnis des FC Bayern.“ Damit das so bleibt, darf Uli Hoeneß die Nachwuchsabteilung neu strukturieren.

Und es wird fett investiert: 70 Millionen Euro lassen sich die Bayern das neue Leistungszentrum in Oberschleißheim in Sichtweite zur Allianz Arena kosten. Acht Plätze (zwei davon mit Kunstrasen), ein Ministadion für 2500 Zuschauer, eine Halle in Spielfeldgröße sowie Gebäude für Internat, Vereinsheim und Büros sollen auf dem 30 Hektar großen Gelände (viermal so groß wie die Heimat an der Säbener Straße!) entstehen. Geplant und designt von Albert Speer. Der 80-Jährige, dessen Vater als Hitlers Lieblingsarchitekt galt, hat auch sämtliche Stadien für die WM 2022 in Katar gestaltet. Die rot-weiß-rote Abordnung im Bayern-Nachwuchs ist übrigens extrem geschrumpft, nur vier sind noch da: Ivan Lucic und Patrick Puchegger kicken im Amateur-Team, der Tiroler Marco Friedl in der U18 und Ex-Real-Trickser Flavius Daniliuc in der U15.