Austrian Heroes 2017: Felix Auböck – I Gotta Feeling

Die WM-Ränge 5 und 6 ließen und lassen von goldenen Zeiten träumen.

//Text: Fritz Hutter  //Foto: GEPA-Pictures.com

Nach Top-Resultaten in diversen US-Pools – beim College-Finale im März etwa erzielte der Geschichts- und Politikwissenschaftsstudent die zweitschnellste Zeit, die ­jemals über 1650 Yards Freistil auf einer Yards-Kurzbahn geschwommen wurde – stand für Felix Auböck vor der WM im hochmodernen Duna-Center von Budapest eines fest: „Ich will zumindest einmal am Nachmittag starten!“ Ein Mission-Statement des Bad Vöslauers, das implizierte, dass er als einer der Vorzeigeschwimmer der University of Michigan über die 200 m Freistil zumindest das Semifinale und über 400, 800 und 1500 m den Endlauf erreichen musste.

Erledigt hat der 20-Jährige die selbst gestellte Challenge dann gleich am ersten Wettbewerbstag mit Bravour. Über 400 m Freistil zog er mit neuem Ö-Rekord (3:44,19 Minuten) gar als Vorlaufschnellster ins Finale der besten acht ein. Zum ersten Mal seit Markus Rogan 2011 erreichte mit dem 1,98-m-Mann, der bereits mit 17 sportlich das Weite am Olympiastützpunkt Berlin gefunden hatte, ein Österreicher ein WM-Finale im 50-m-Becken. „Die halbe Stunde im Call Room war dann extrem. Du sitzt auf dem Sessel mit der Bahnnummer 4 für den Schnellsten und wirst dann als Letzter zum Einmarsch in die Halle mit 17.000 Zuschauern gerufen“, so der EM-Vierte von 2016 im Sportmagazin-­Gespräch über den wohl intensivsten Gänsehautmoment seiner bisherigen Karriere.

Die ganz spezielle, ungewohnte Anspannung nennt Felix Auböck auch als Hauptgrund dafür, dass es dann letztlich nicht die erhoffte Steigerung und/oder Edelmetall geworden ist: „Es war ein Kampf. Die ersten 100 Meter habe ich vor lauter Nervosität gar nichts gespürt.“ Geworden ist es nach einer sehenswerten Aufholjagd auf den letzten beiden Längen der starke Rang 5 (3:45,21 Minuten): „Letztlich bin ich total glücklich damit.“

Weniger Druck verspürte Auböck dann in seinem zweiten Endlauf. Ebenfalls mit neuem österreichischem ­Rekord, allerdings als Vierter, qualifizierte er sich zwei Tage nach Platz 5 im 400er auch fürs Finale über 800 m Freistil. Dass den Druck dort andere hatten, bemerkte Auböck, als seine Bahnnachbarn, der spätere Weltmeister Gabriele Detti und sein „Vize“ Wojciech Wodjak, loslegten wie in einem 50-m-Rennen: „Ich wusste sofort, dass ich da ja nicht mit­gehen darf, aber dadurch bin ich halt allein geschwommen und es hat mir ein bisschen die Orientierung gefehlt.“ Herausgekommen ist Platz 6 – und die Gewissheit, dass man das einzigartige Final-Feeling bei Großereignissen nur auf eine Art trainieren kann: „Mit noch häufigeren Finalteilnahmen!“