Austrian Heroes 2017: Dominic Thiem – Kampf um Rom

Die Frühlingsbilanz: Nadal, Murray und Djokovic paniert und in Paris fasziniert.

//Text: Fritz Hutter  //Foto: Imago Sportfoto/Hasenkopf

25 Siege konnte Tennisthron-Comebacker Rafa ­Nadal heuer auf den Sandplätzen dieser Welt verbuchen. Und nur eine einzige Niederlage. Diese kassierte er im Viertelfinale des ATP-1000-Events in Rom, und das von Österreichs Nr. 1, Dominic Thiem. Der hatte sich über drei Turnierwochen an Spaniens Matador herangepirscht. Im Endspiel von Barcelona kam Thiem, der im Halbfinale mit Andy Murray erstmals eine regierende Nummer 1 besiegen konnte, mit 4:6, 1:6 noch deutlich unter die Räder. Eine Woche später im Finale von Madrid lieferte der damals noch 23-Jährige dem sieben Jahre älteren Mallorquiner einen sehenswerten Fight, den am Ende aber Nadal mit 7:6, 6:4 für sich entscheiden konnte. Hinterher kommentierte er seinen Erfolg mit Lob für den Gegner: „Er hat alles, was es für große Erfolge braucht: die Schläge, den Kampfgeist und die Taktik!“

Worte, die Dominic Thiem wohl zusätzlichen Auftrieb gegeben haben. Gleich nach seiner Ankunft in Rom lieferte er dem ebenfalls anwesenden Sportmagazin die Lehren aus Barcelona und Madrid: „Ich muss mehr mit dem Return machen, speziell auf zweite Aufschläge aggressiver sein.“ Geübt hat der Top-10-Mann im Foro Italico dann in zwei engen Partien gegen Pablo Cuevas und Sam Querrey. Und im Viertelfinale lieferte er dann sein Meisterstück eben beim Matador ab. Beim 6:4 und 6:3 retournierte er erste wie auch zweite Aufschläge deutlich effektiver als sein Gegner, der ja als bester Rückschläger der Welt gilt, und nutzte vier seiner acht Breakchancen. „Das war der Schlüssel. Gegen ihn musst du mit mindestens einem Aufschlagverlust pro Satz rechnen. Gelungen ist ihm nur ein Break, mir dafür zwei“, so Thiem nach seinem Sieg.

Dass in Rom dann tags darauf gegen einen heuer eher ausnahmsweise entfesselten Novak Djokovic nix zu holen war, ist in der Saisonbilanz wohl zu verkraften. Immerhin gelang Dominic Thiem die Revanche und damit auch der allererste Triumph über Serbiens langjährigen Ranking-Leader im sechsten Duell – dort, wo es den „Djoker“ am meisten schmerzte: im Viertelfinale von Roland Garros. Thiem siegte glatt mit 7:6, 6:3 und 6:0 und erreichte damit zum zweiten Mal hintereinander das Semifinale der French Open. Aber dort ließ dann bekanntlich ein gewisser Rafael Nadal auf seinem Weg zum 10. Titel die ganz dicke Retourkutsche für Rom auffahren …