Austrian Heroes 2017: Anna Gasser – The Austrian Airline

Mit üppig Air und Style bunkerte die Snowboarderin Edelmetall im Überfluss.

//Text: Fritz Hutter //Foto: Red bull Content Pool/Pondella

In der internationalen, vor allem in Nordamerika und längst auch in Asien boomenden Action-Sport-Szene gelten die X-Games als das Event-Maß aller Dinge. In Europa wiederum ist das WM- und Weltcup-System des internationalen Skiverbandes FIS jedem noch so juvenilen Sportfan ein Begriff. Snowboard-Freestyler, denen es durch ihren Style und die Exklusivität ihrer Moves gelingt, in beiden Welten Jubel und fetten Respekt einzufahren, sind rar.

Eine, die da wie dort Star-Status erreichen konnte, heißt Anna Gasser. Als ehemalige Kunstturnerin ist die 26-jährige Villacherin längst Garantin für spektakulärste ­Manöver auf den Big-Air-Kickern und in den Slopestyle-Parcours. So richtig krachen ließ es die Slopestyle-Vizeweltmeisterin des Jahres 2015 aber im vergangenen Winter. Sieg im Big-Air-Weltcup, Sieg im Gesamtweltcup der Freestyler, Big-Air-Silber bei den X-Games in Aspen, Gold bei den Euro-X-Games in Norwegen und schließlich der FIS-Weltmeistertitel im Big Air in der Sierra Nevada. Letzteren nennt Anna Gasser als ihr absolutes Highlight: „Dass ich für den dritten Sprung die Höchstwertung von 100 Punkten bekam, war schon sehr speziell, besonders, weil ich diesen Sprung davor nur vier-, fünfmal wirklich auf Schnee trainiert hatte.“ Dem zitierten Gold-Jump, dem Backside Double Cork 1080 (Anm.: eine Salti-Schrauben-Kombination mit drei vollen Körperdrehungen), verhalf Gasser zu einer Weltpremiere und stand ihn als allererste Frau in einem Wettkampf. Dass ihr dieser mächtige Satz ausgerechnet im WM-Finale gelang, führt sie nicht nur auf das zuvor bei den X-Games-Bewerben und ihrem Slopestyle-Triumph bei den legendären Burton U.S. Open in Vail gebunkerte Selbstvertrauen zurück, sondern auch auf eine grundsätzliche Stärke: „Als echte Perfektionistin übe ich Tricks im Training wirklich so lange, bis sie tatsächlich funktionieren. Dieses Wissen gibt mir Sicherheit für den Wettkampf.“ Ganz ohne Nerven geht Anna Gasser trotzdem nicht ans Werk: „Was die Nervosität betrifft, ist mir der Big Air lieber, weil ein Sprung mit allem Drum und Dran nach ein paar Sekunden fertig ist. Ein Slopestyle-Run mit Race- und Trick-Sektion fordert mich mental doch mehr.“

Was sie nach einem derartigen Traumwinter für die Olympiasaison noch optimieren kann? „Sicher meine Wettkampfplanung. Zuletzt hat mir oft der Jetlag mächtig zugesetzt. Da steigt dann auch das Verletzungsrisiko.“