Auferstanden aus Ruinen

Bei der Austria blieb kein Stein auf dem anderen. Mit neuem Stadion, radikal umgebautem Kader und frischem Führungspersonal soll die Schmach der letzten Saison getilgt werden. Die beiden Macher Markus Kraetschmer und Ralf Muhr erklären, warum die violette Rakete heuer so richtig durchstarten soll.

||Interview:  Markus Geisler||Fotos: Christian Hofer||

In Favoriten beginnt in diesem Sommer eine neue Zeitrechnung – das spürt jeder, der in der komplett renovierten Generali-Arena vorbeischaut. Mitarbeiter huschen auf Elek­troscootern durch die Gänge, die weiße Wandfarbe riecht genauso frisch wie der Kaffee, den sich Vorstand Markus Kraetschmer und Ralf Muhr, neuer Alles­könner in sportlichen Fragen, zum Interview mit dem Sportmagazin bringen lassen. Die Aufbruchstimmung, daran lassen die beiden Herren im Anzug keinen Zweifel, soll die Veilchen ganz neu erblühen lassen.

Sportmagazin: Sie beide sind violette Urgesteine, haben viele Höhen und Tiefen erlebt. Eine Saisonvorbereitung wie diese ist aber auch für Sie Neuland, oder?

Kraetschmer: Das ist ein spezieller Sommer. Uns war klar: Nach der schlechten Entwicklung im Frühjahr mussten wir mit unserer Analyse in die Tiefe gehen. Das war wie ein Zahnarztbesuch, schmerzhaft wie eine Wurzel­behandlung. Wir wussten, dass wir radikale Veränderungen im Kader brauchen, wir wollen frischen Wind im Staff und eben auch die neue Position des technischen Direktors, für die Ralf Muhr vorgesehen war. Und bei der knallharten Analyse haben wir eben auch festgestellt, dass wir in der Abteilung Sport eine Veränderung benötigen. Das hat dazu geführt, Franz Wohlfahrt von seiner Aufgabe als Sport­direktor zu entbinden, was uns nicht leichtgefallen ist.

Was Ihnen viel Kritik eingebracht hat, da der Vertrag mit Wohlfahrt erst Ende Jänner verlängert wurde.

Kraetschmer: Vollkommen richtig. Wir mussten uns auch intern die Frage gefallen lassen, was da schiefgelaufen ist. Wir haben seit Ende August 2017 zahlreiche Gespräche mit Wohlfahrt geführt und dabei klar angesprochen, wo und wie wir Veränderung, Entwicklung sehen wollen. Diese Forderungen, die wir an ihn hatten, haben sich nicht erfüllt. In der Krise im Frühjahr sind Dinge ans Tageslicht gekommen, die eine harte Entscheidung erforderten. Und da ich Ralf Muhr schon sehr lange als akribischen, fleißigen und verlässlichen Mann kenne, habe ich zu ihm gesagt: „Wir müssen jetzt eng zusammenarbeiten, den Kader umbauen, die Mannschaft entwickeln. Wir müssen schauen, dass die Kampfmannschaft als Lokomitive der Austria wieder funktioniert.“

Herr Muhr, Sie sollten sich als technischer Direktor um Nachwuchs, Trainingszentrum, Akademie und dem Zusammenwachsen der verschiedenen Abteilungen widmen. Wie lange mussten Sie nachdenken, als Sie Herr Kraetschmer bat, auch noch den Posten des Sportdirektors zu übernehmen?

Muhr: Gar nicht! Mit der Beurlaubung von Franz und dem Auftrag von Markus war klar: Das müssen wir sofort in Angriff nehmen. Aber es stimmt schon, die Herausforderung ist enorm. Ich habe mich in den letzten Wochen von der Trainerbestellung bei der U7 bis zur Kaderplanung der ersten Mannschaft um viele Agenden gekümmert. Das Wichtigste bei einem Klub wie der Austria ist immer die erste Kampfmannschaft, trotzdem darf man andere Dinge nicht schleifen lassen.

Wo genau Ralf Muhr seine Qualitäten sieht, warum Markus Kraetschmer kein Ersatz-Sportdirektor ist und was die Austria für ein Saisonziel hat lesen sie im neuen Sportmagazin. Hier geht’s zum Sportmagazin-Abo: www.magazin-abo.com